Die Ev.-luth. Elia-Kirche ist das jüngste Kirchengebäude Langenhagens innerhalb der Landeskirche Hannovers. Sie wurde 1987 bis 1988 errichtet und am 27. November 1988, dem 1. Sonntag im Advent, geweiht. 1995 wurde der Glockenträger errichtet, 1998 folgte dann der 2. Bauabschnitt. Eine vollständige Übersicht der Geschichte der Elia-Kirchengemeinde finden Sie in der Chronik.
Beschreibung der Kirche
Mit dem Bau des Gemeindezentrums, zu dem die Elia-Kirche gehört, wurde der hannoversche Architekt Prof. Dieter Oesterlen (1911-1994) beauftragt. Er selbst beschrieb seinen Entwurf wie folgt:
Städtebauliche Gesichtspunkte
Das Grundstück für das neue Gemeindezentrum liegt am Schnittpunkt der Konrad-Adenauer-Straße mit dem Grünzug, der die Verbindung zwischen den südlichen Wohngebieten und dem nördlichen Stadtwald herstellt.
Der Kirchenbau des Gemeindezentrums ist dicht an die Straße herangeschoben, um dem breiten Straßenraum eine Zäsur zu geben und die kleine Baugruppe ins Blickfeld zu rücken. Durch Grundrißfigur und gegeneinandergeneigte Dächer hat sie eine besondere Form erhalten, um gegenüber der baulichen Nachbarschaft bestehen zu können.
Bei der Anordnung der Gebäude auf dem Gelände wurde darauf Rücksicht genommen, daß der Einblick in die Grünanlage mit dem Regenwasserrückhaltebecken so wenig wie möglich verstellt wird. Durch die geplante Verlegung des östlichen Fußweges an den Beckenrand kann ein neuer Zugang zu der Grünanlage geschaffen werden, der den in Richtung zur neuen Stadtmitte orientierten Kirchplatz tangiert.
Funktionelle Gesichtspunkte
Die Kirche
Der im Grundrißbild hufeisenförmige Kirchenraum erfährt seine besondere Gestalt durch die große geschlossene Rundwand, durch die nach dorthin ansteigende Decke und durch die Lichtführung. Ein die Außenwand begleitendes Oberlichtband belebt durch sein Streiflicht die aufragende Wand. Eine große runde Laterne in der Mitte des Kreisbogens betont die zentrale Stellung des Altars. Raumhohe Schlitzfenster erhellen zusätzlich den Zugangsbereich.
Das Gestühl nimmt Bezug auf die Raumform und umschließt den mittigen Altar mit zentrischen Dreiviertelkreisen. Hinter dem Altar steht in Saalachse die Kanzel. An der hohen Rückwand ist Platz für die Orgel vorgesehen und darunter für den Chor.
Die Gemeinderäume
An die Eingangshalle, die sich zum Gemeindegarten öffnet, schließt sich nach Westen der Flügel mit den Jugendräumen, wozu auch der Raum für Konfirmandenunterricht zählt – einschließlich Teeküche, WC-Räumen und Heizung -, nach Osten der Flügel mit den Gemeinderäumen – Gemeindebüro mit Archiv, Sakristei, Sitzungsraum, Abstellraum – an. In beiden Flügeln sind die sich durch das Pultdach ergebenden Dachgeschoßräume ausgenutzt.
Der Glockenträger
Der Glockenträger steht als durchsichtige Stahlkonstruktion frei auf dem Kirchplatz. Seine Stellung betont den Haupteingang zur Kirche. Seine verbretterte Glockenstube bietet Platz für ein kleineres Geläut bis zu drei Glocken. Sie ragt straßenseitig aus der Stahlkonstruktion heraus und wiederholt damit die angestrebte Wirkung des in den Straßenraum vorstoßenden Kirchenbaukörpers. Der Glockenträger ist kein Turm im üblichen Sinne, sondern ein Gestell, transparent und optisch leicht, um das bauliche Gewicht dem Kirchbau zu belassen.
2. Bauabschnitt: Gemeinderäume, Büro, Sakristei
Die Aktivitäten der Gemeinde waren von Anfang an vielfältig, und es bedurfte immer eines gehörigen Organisationstalentes und eines großen Arbeitsaufwandes, um sie in den vorhandenen Räumlichkeiten möglich zu machen. Darum wuchs in der Gemeinde der Wunsch, bald den 2. Bauabschnitt zu verwirklichen. Der 2. Bauabschnitt umfasst das Gemeindehaus und den im Nordwesten angebauten Konfirmandenraum.
Die Baupläne lagen im Büro Oesterlen fertig vor, und es hing von der Finanzierung ab, wann der 2. Bauabschnitt in Angriff genommen werden konnte. Die Gemeinde musste mindestens 30 % der Baukosten selbst finanzieren.
Schließlich war in der Gemeinde und im Kirchbauverein genügend Kapital angesammelt. Ende 1995 wurden Angebote von mehreren Baufirmen eingeholt. Und am 29. Oktober 1996 ging eine Gruppe verschiedener Vertreter der Gemeinde mit dem Finanzierungsplan und den Angeboten zum Landeskirchenamt und beantragte Zuschüsse für die Fertigstellung des 2. Bauabschnitts. Der Gemeinde wurden die beantragten Mittel als Zuschuss in Höhe von 35 % der tatsächlichen Baukosten (höchstens 270.000,00 DM) unter der Bedingung in Aussicht gestellt, dass die Bauunterhaltungs- und Betriebskosten für das Gemeindehaus in Zukunft von der Gemeinde selbst aufzubringen seien.
Da die Möglichkeiten der Landeskirche, Kosten für Bauten aufzubringen, immer mehr eingeschränkt wurden, und es ohnehin als ein Wunder erschien, dass ein solcher Zuschuss bewilligt werden sollte, und da des weiteren der Bau des Gemeindehauses ein dringender Wunsch der Gemeinde war, wurde diese belastende Bedingung schließlich angenommen.
Auch der Stadtkirchenverband Hannover und die Stadt Langenhagen bewilligten Zuschüsse zu den Baukosten.
Am 17. November 1997 wurde mit dem Bau des Gemeindehauses begonnen. Am 1. Advent 1998, dem 29. November, konnten die neuen Räume im Rahmen der Feier des 10-jährigen Bestehens der Elia-Kirche der Gemeinde zur Nutzung übergeben werden.
3. und 4. Bauabschnitt: Küsterhaus und Pfarrhaus
Als 3. Bauabschnitt hat der Architekt das Küsterhaus geplant, im Norden an das Gemeindehaus anschließend, und daran weiter anschließend als 4. Bauabschnitt das Pfarrhaus. Seit der Planung des Gemeindezentrums durch Professor Dieter Oesterlen im Jahre 1982 haben sich die Richtlinien für den Neubau von kirchlichen Gemeindezentren verändert. Es werden nun generell keine Küsterhäuser und keine Pfarrhäuser mehr gebaut.
Das Kreuz
Bei der Planung der neuen Kirche war durch Vermittlung des Kirchenkreises Hannover-Nord im Gespräch, vier wertvolle Holzplastiken aus dem 16. Jahrhundert, darunter ein Altarkreuz, für 20 Jahre als Leihgabe der neuen Kirche zu überlassen. Ursprünglich hatten diese Kunstwerke in der Godshorner Kapelle gestanden; aber letztendlich war es dann der Wunsch des Kirchenvorstandes der Godshorner Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“, diese Plastiken in der Godshorner Kirche aufzustellen.
Da die Elia-Kirche nun auf diese Figuren verzichten musste, wurde bald der Wunsch nach einem großen, gut sichtbaren Kreuz im Altarraum laut. Kirchenvorstand und Vertreter der Abteilung für Bau- und Kunstpflege beschlossen einstimmig, das Kreuz über dem Altartisch freischwebend zu befestigen, so wie es der Architekt in seinen Entwürfen vorgesehen hatte.
In Zusammenarbeit mit dem Architekten wurde der Darmstädter Künstler Helmut Lander beauftragt, dieses Hängekreuz zu entwerfen. Der Bildhauer übergab sein Werk in einem feierlichen Gottesdienst am 6. Dezember 1992, dem 2. Sonntag im Advent, an die Kirchengemeinde.
Die geschliffene und legierte Aluminiumkonstruktion zeigt den gekreuzigten Christus auf einem flachen Kreuz, das wiederum von einem Kreuz umrahmt ist.