Wüstenzeit: Tag 57

Krebs

Das schöne Wetter der letzten Tage lädt dazu ein, in alten Urlaubserinnerungen zu schwelgen. Als Kind war ich mal mit meiner Familie an der italienischen Küste im Urlaub. Aus einem Stock und einer Schnur habe ich mir gemeinsam mit anderen Kindern eine „Angel“ gebastelt, als Köder haben wir Miesmuscheln genutzt, von denen es ziemlich viele am Strand gab. Mit den Angeln haben wir uns auf die Wellenbrecher gesetzt und versucht, Krebse zu angeln. Die haben nach den Muscheln geschnappt, und wir haben sie dann mit der Angel aus dem Wasser herausgezogen und anschließend wieder freigelassen. Rückblickend war das für die Krebse sicherlich nicht so spaßig wie für uns. Meine größte Sorge an der ganzen Geschichte war, dass ein Krebs mal nach mir schnappen könnte. Die können nämlich mit ihren Scheren ordentlich zupacken.

Was ich im Nachhinein an den Krebsen besonders spannend finde, ist, dass sie sich häuten. Ihr alter Panzer wird den Krebsen irgendwann zu klein. Sie gehen dann an einen sicheren Ort, um aus diesem herauszuschlüpfen. Danach haben sie eine ganz weiche und verletzliche Haut. In dem Zustand sind sie eine leichte Beute für größere Fische. Nach und nach bildet sich der neue Panzer des Krebses. Der Prozess der Häutung ist zwar mit Schmerzen und Gefahren verbunden, ist aber unbedingt notwendig für den Krebs, weil er in der alten Hülle nicht weiterleben kann.

In der Bibel lesen wir von einem Brief, den der Apostel Paulus an eine Kirche in Korinth geschrieben hat. Dort heißt es:

Ist jemand in Christus, dann ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.

2. Korinther 5, 17

Paulus beschreibt da etwas, was ihm persönlich passiert ist. Bevor er Jesus kennenlernte, war er nämlich einer der größten Christenverfolger seiner Zeit. Seine Begegnung mit Jesus veränderte sein ganzes Leben – die Menschen erkannten ihn nicht wieder. Genauso ist es auch heute. Da, wo ein Mensch sich für ein Leben mit Jesus entscheidet, kriegt er zwar keinen neuen Körper, aber sein Inneres verändert sich. Diese Begegnung mit Jesus verändert das ganze Denken, Handeln und Fühlen. Einmal von Gottes Liebe berührt, passen Egoismus, Hass, Neid oder Vergeltung nicht mehr zu einem Leben. Der Maßstab ist nun ein Neuer und das macht uns zu neuen Menschen.
Natürlich ist das auch nicht immer einfach. Aber ich denke, genauso wie bei der Häutung der Krebse ist es ein Prozess der Veränderung, bei dem wir uns von Gottes Liebe, Gnade und Fürsorge begleitet wissen dürfen.
Hast du Veränderung durch Gott in deinem Leben erlebt? Dann möchte ich dich einladen, konkret dafür zu danken. Wo wünschst du dir in deinem Inneren noch Veränderung? Bring es im Gebet konkret vor Gott, er möchte dir dabei helfen.

Deine Sarah

Wüstenzeit wegen Corona? Nicht mit uns.

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